Klassenfahrt der FS SV12b nach Prag

Montagmorgen ging‘s los. Die Klasse FSSV12b machte sich auf den Weg nach Prag. Wir fuhren zunächst etwa acht Stunden mit dem sehr netten und lustigen Busfahrer aus einem der neuen Bundesländer die ca. 650km lange Strecke. Im Hotel angekommen, konnten wir beruhigt feststellten, dass die Zimmer sauber waren und die Duschen funktionierten. Die Fernseher dafür nicht. Aber man kann ja nicht alles haben im Leben. Abends gab‘s lecker Schnitzel mit Kartoffeln.

Am Dienstag stand eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. Nach einer kurzen Einführung in das Prager U-Bahn-Netz konnten wir uns späterhin auch alleine durch die Stadt bewegen. Zunächst stand jedoch ein Marathon mit unserer rasenden Reporterin an, die uns eine Sehenswürdigkeit nach der anderen bestaunen ließ… wenn man denn schnell genug war. Dabei ging es über den Wenzelsplatz durch die Altstadt, vorbei an alten, mit Gold verzierten, Gebäuden und Opern vorbei. Interessant war dabei, dass das Katasteramt in Prag alle Häuser mit Nummern versehen hatte, um nachzuvollziehen, wann die ersten Häuser gebaut wurden.

Durch enge und dunkle Gassen ging es weiter ins jüdische Viertel an einigen Synagogen vorbei bis zu einem Friedhof auf dem die Toten in bis zu zwölf Schichten aufeinander beerdigt wurden. Auf der berühmten Karlsbrücke, die mit vielen steinernen Patronen und kleinen Souvenierständen versehen war, konnte man sich sogar durch Berühren einer Statue etwas wünschen. Nach einem Museumsbesuch, gingen wir noch durch einen Garten eines Großfeldherrn, in dem sich neben wunderschönen Pflanzen auf Pfaue, Eulen und Kois befanden. Anschließend durften wir uns noch frei und die Stadt bewegen und abends gab’s lecker Schnitzel mit Pilzen und Reis.

Der Mittwoch stand zunächst im Zeichen unserer Erzieherausbildung, da wir uns einen Kindergarten ansahen. Auf den ersten Blick waren die Unterschiede zu Deutschland kaum zu erkennen. In einem Gespräch erfuhren wir jedoch, dass die Einrichtung der Schule untergeordnet ist und das Ganze auch mehr Schulcharakter besitzt, als es bei uns der Fall ist. Auch müssen die Erzieher, dir dort übrigens als Lehrer bezeichnet werden, ein fünfjähriges Studium absolvieren, verdienen aber umgerechnet lediglich etwa 800€ monatlich. Auch wurde insbesondere im Außenbereich eher weniger Wert auf Sicherheit gelegt und auch der Personalschlüssel sieht lediglich zwei Erzieher für etwa 30 Kinder vor.

Anschließend erreichten wir, nach einer einstündigen Busfahrt, das Konzentrationslager Theresienstadt. Dieses wurde ursprünglich von den Österreichern als Festung zum Schutz gegen die Preußen erbaut. Bereits im ersten Weltkrieg wurde es aber schon zum Straflager umfunktioniert. Während der sehr spannenden Führung erfuhren wir, dass beispielsweise bis zu 800 Menschen in einer ca. 40m2 großen Zelle mit lediglich zwei Plumpsklos und einem Tisch zur Essensausgabe, leben mussten, bevor sie dann erschossen oder erhängt wurden. Dass es kein fließend Wasser und Ofen gab, erklärt sich bei solchen Verhältnissen eigentlich von selbst. Zurück in Prag ging es dann noch auf den Chinamarkt, auf dem es von Hundewelpen über „Gutschi“-Taschen, bis hin zu Schlagringen, alles gab. Abends gab’s lecker Schnitzel mit Pommes… und einen Apfel.

Da für den Donnerstag kein Programm geplant war, teilte sich die Klasse in mehrere Kleingruppen. Während sich die einen einer langen Augenpflege unterzogen, besuchten die anderen den sehr großen und schönen Prager Zoo und der Rest bildete sich kulturell weiter, indem sie von einem Shoppingcenter ins nächste zogen. Abends gab’s lecker Schnitzel in Streifen mit Reis. Den Abschluss dieses Tages und eigentlich auch der gesamten Klassenfahrt, bildeten 15 Runden auf einer Kartbahn, nicht weit von unserem Hotel entfernt. Und wer hat gewonnen? Die Frauen natürlich!

Daniel Sauerland